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Die 10 bekanntesten Mythen über Augen

Sind Möhren gut für die Augen? Schadet zu viel Sonnenlicht? Und welche Folgen hat stundenlanges Computerspielen? Legenden über unsere Augen gibt es viele. Wir haben die 10 bekanntesten Augen-Mythen zusammengestellt und geben Auskunft, was dahinter steckt.

1. LESEN IM DUNKELN SCHADET DEN AUGEN?

Wer im Dunkeln liest, bekommt schlechte Augen. Ein populärer Mythos, den so gut wie jeder schon gehört hat, der bei schummrigem Licht unter der Bettdecke gelesen hat. Wahr ist, dass bei schlechtem Licht die Augen stärker angestrengt werden und schneller ermüden. Das liegt kurz gesagt daran, dass unsere Pupille im Dunkeln größer wird und die Tiefenschärfe schlechter. Optimal zum Lesen ist Tageslicht. Wer also vorm Schlafengehen noch das ein oder andere Kapitel im Bett lesen möchte, sollte die Nachttischlampe so anbringen, dass sie nicht auf der Oberfläche reflektiert.

2. MACHT LANGES ARBEITEN AM COMPUTER DIE AUGEN SCHLECHTER?

Bildschirme begleiten unseren Alltag sowohl auf der Arbeit als auch im Privaten. Häufig heißt es, das Starren auf Computer, Handy oder Fernseher würde die Augen verschlechtern. Richtig ist, dass die Augen von langer Computerarbeit ermüden. Schuld an der Belastung ist genau wie beim Fernsehen die Blickmonotonie. Sowohl am Computer als auch beim Fernsehen vergessen wir das Blinzeln. Dadurch wird der Tränenfilm nicht ausreichend über die Hornhaut des Auges verteilt. Die Augen jucken, brennen oder fühlen sich unangenehm trocken an.

3. „BRILLE TRAGEN, MACHT DIE AUGEN FAUL!“

Wer eine Brille trägt, könne seine Augen nicht mehr verbessern. Stattdessen werde die Sehkraft immer schlechter, besagt ein beliebtes Vorurteil gegenüber Brillen. In Wahrheit verschlechtern sich die Augen nicht, weil man eine Brille trägt. Ganz im Gegenteil! Das Tragen einer Brille verhindert bzw. verlangsamt eine weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit. Die neue Brille sorgt vielmehr für eine stärkere Sensibilisierung, was die eigene Sehkraft betrifft. Die bessere Sicht (mit Brille) führt oftmals dazu, dass das eigene Sehvermögen (ohne) Brille als schlechter wahrgenommen wird.

4. „HÖR AUF ZU SCHIELEN, SONST BLEIBEN DEINE AUGEN STEHEN!“

Diesen oder einen ähnlichen Spruch haben sicher viele in ihrer Kindheit zu hören bekommen. Doch können Augen wirklich dauerhaft in einer bestimmten Blickrichtung verharren? Sehr wahrscheinlich nicht. Es gibt keinen dokumentierten Fall, in dem bewusstes Schielen zu gravierenden Schäden geführt hätte. Vielmehr gilt das Gegenteil: Wer seine Augen gut bewegen kann, hat besonders viel Kontrolle über sie.

5. SIND KAROTTEN GUT FÜR DIE AUGEN?

Regelmäßiges Karottenessen ist tatsächlich gut für die Augen. Wer aber nun glaubt, mit übermäßigem Karottenkonsum sein Sehvermögen verbessern zu können, der irrt sich. Karotten enthalten wertvolles Beta-Carotin, eine Vorstufe des Vitamins A, das die Netzhaut benötigt, um die Sehpigmente Rhodopsin und Iodopsin aufzubauen. Diese sind für die Lichtwahrnehmung notwendig. Wie wichtig Vitamin A für die Augen ist, zeigen die Folgen von Vitamin A-Mangel. Dieser ist in Entwicklungsländern immer noch ein häufiger Grund für die Erblindung von Kindern.

6. BEKOMMT MAN VON ZU VIEL FERNSEHEN VIERECKIGE AUGEN?

Viereckige Augen sind ein beliebter Mythos, den insbesondere Kinder oft zu hören bekommen. Dabei ist es selbst bei tagelangem Dauerfernsehen nicht möglich, die Augenform zu verändern. Der Spruch dient eher dazu, seine Kinder vom vielen Fernsehen abzuhalten. Und das mit gutem Grund! Bei Kindern befindet sich das visuelle System im Aufbau und bedarf deshalb eines täglichen Trainings. Viel Bewegung im Freien und aktive Freizeitgestaltung trainieren das Auge. Der Satz „Vom vielen Fernsehen bekommst du viereckige Augen“ hat daher tatsächlich einen wahren Kern. Denn beim Fernsehen wird das Auge weniger trainiert, da es immer nur auf einen Punkt ausgerichtet ist.

7. RAUCHEN SCHADET DEN AUGEN?

Ja! Rauchen fördert nicht nur Krankheiten wie Lungenkrebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall, sondern gilt als der wichtigste Risikofaktor für eine altersbedingte Makuladegeneration. Außerdem gibt es Hinweise, dass Rauchen den Grauen Star (die Katarakt) begünstigt. Zigarettenrauch kann den Tränenfilm, der die Augenoberfläche schützt, beeinträchtigen und zu trockenen Augen führen.

8. WER ZU VIEL IN DIE SONNE SCHAUT, BEKOMMT „SONNENBRAND“ AUF DEN AUGEN?

Sonnenbrand gibt es nicht nur auf der Haut, sondern auch an den Augen. Dieser entsteht jedoch nicht durch einen zu langen Aufenthalt in der Sonne. Vielmehr ist ein leichtsinniger Umgang mit der Sonnenstrahlung dafür verantwortlich. Häufig betroffen vom „Augen-Sonnenbrand“ sind daher Skifahrer, die zu wenig auf ihre Auge achten. Auf der Skipiste am Gletscher reflektiert der Schnee das starke UV-Licht, so dass die Augen eine Überdosis an UV-Strahlen abbekommen. Dabei löst sich die Oberfläche der Hornhaut ab, was zu großen Schmerzen führt. Eine Sonnenbrille sollte man daher nicht nur aus kosmetischen Gründen aufsetzen, sondern zum Schutz vor UV-Strahlen. Noch gefährlicher ist der direkte Blick in die Sonne ohne entsprechenden Schutzfilter, zum Beispiel beim Betrachten einer Sonnenfinsternis. Hierbei können bleibende Schäden zurückbleiben.

9. BEI DER COMPUTERARBEIT SOLLTE MAN KEINE KONTAKTLINSEN TRAGEN?

Viele Kontaktlinsenträger kennen das. Nach einigen Stunden am Bildschirm machen sich die Linsen bemerkbar. Das liegt vor allem daran, wie wir am Computer arbeiten. In der Regel blinzelt man alle zehn Sekunden, das heißt ca. 5500 Mal am Tag. Wenn wir jedoch am Computer sitzen, blinzeln wir seltener. Untersuchungen haben ergeben, dass wir bis zu fünf Mal weniger blinzeln, als wir sollten, um unsere Augen feucht und gesund zu halten. Die leichte Unterversorgung mit Sauerstoff und die Kontaktlinse führen zu einem unangenehmen Jucken oder Kratzen. Die Kontaktlinsen werden als störende Fremdkörper empfunden. Für stundenlanges Arbeiten am Monitor empfiehlt es sich daher, die Brille zu benutzen. Was es ansonsten bei der Bildschirmarbeit zu beachten gilt, haben wir in einem eigenen Blogbeitrag zusammengestellt. 

10. "DAS AUGE ISST MIT"

Zum Schluss noch ein Mythos aus einer etwas anderen Kategorie! „Das Auge isst mit“, dürfte einer der Lieblingssätze von Freizeitköchen und Gourmets sein. Aufwändig kredenzte und fein drapierte Speisen erfreuen bekanntlich nicht nur den Magen. Auch wenn das Auge nicht Teil des Verdauungstraktes ist und keine Nahrung verwertet, spielt es tatsächlich eine wichtige Rolle bei der täglichen Nahrungsaufnahme. Verantwortlich ist ein appetitanregendes Hormon namens „Ghrelin“, das schon bei Bildern von Speisen ausgeschüttet wird – selbst wenn man eigentlich keinen Hunger hat.

FAZIT

Die meisten Augen-Mythen haben einen wahren Kern. Übertreiben Sie es also nicht mit zu langem Lesen, Fernsehen oder auf dem Computer starren. Achten Sie bei starker UV-Strahlung im Skigebiet oder im Sommerurlaub auf eine ausreichend schützende Sonnenbrille und gönnen Sie Ihren Augen zwischendurch immer wieder kurze Pausen. 

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